Noldi in der Schule

Diese Schule ist speziell, Noldi ist scheinbar nicht der Einzige, welcher hier tierisch unterrichtet. Wir zählen zwei Pferde, zwei Esel und 7 Kühe und ein Kalb. Die Schweine hab ich nicht gezählt. Meerschweinchen und Hasen auch nicht einberechnet. Und es ist wirklich so, dass Schüler im Bauernhof zur Schule gehen. Nicht mit Rechnungsheft und Bücher, doch die Schüler helfen mit,  schaffen zum Wohle der Tiere,  der Erde und Menschen.  Und sie lernen hier, und wenn nicht sie nicht, lernen sie, dass die später wieder lernen können.

 Wir erzählen am Morgen vor den Klassen, die Schüler sind draussen. Der Noldi ein Lehrer? Ja, frag ich, was kann man von Esel lernen? Tierliebe kommt immer, aber das man auch störrisch sein vom Esel lernen soll, schafft Erstaunen,  eher bei den Lehrer als bei den Schülern. Störrisch sein heisst ja in erster Linie stehen bleiben, und, das kann ich an Noldi ablesen, selber überlegen, ob er weiter kann und will. Störrisch sein, Geduld haben und sich im richtigen Moment durchsetzen sind die drei wichtigsten Dinge,welche man von Esel lernen kann. Die Schüler sind meist einverstanden.  

Wir lernen viele neue Kollegen kennen, auch Noldi hätte Gelegenheit sich mit den Kühen anzufreunden, es interessiert ihn nicht, er will dich mit den beiden Esel anfreunden , die interessieren sich nicht für ihn.  Gestern Abend habe ich allein erzählt ohne Noldi,  da ist das Publikum gleich viel  kritischer. Aber wir hatten zusammen einen witzigen, spannenden und märchenhaften Abend. Heute Abend erzähl ich wieder, und es wollen  noch mehr Schüler dabeisein , die Geschichte gestern, wo einem Esel  ein Zapfen ins Hintertürchen gesteckt wird, damit er nicht furzt hat irgendwie eingeschlagen. Ob das noch zu toppen ist?  Jetzt hab ich Pause sitz an der Hauptstrasse in Marbach, Garagen, Industrie, Lidl und weiter draussen ein wenig Rotlicht. Wenn ich so zivilisiert lebe, habe ich wenig Begegnungen und Geschichten, wollt ich schreiben, doch hier im Caffee erleb ich grad das Gegenteil. Herr  Mäser heisst der Besitzer, dem eigentlich der Coiffeursalon gehört und im Haus das Hallenbad mit 7 Masseurinnen, ob ich sie mal kennenlernen möchte? Ups, was geht ab?  

Doch es ist nicht so wie ich denke, shiatsu und solche Sachen,und Schwangerschaftsturnen im Hallenbad, eigentlich Bädlein, aber nett und ich hör Geschichten über alte Autos und seh auch noch welche, und er offeriert mir ein Bier. Das ist doch was!