Am Fluss zum Auftritt nach Grabs

Wir ziehen am Rhein entlang, ist ziemlich monoton, doch wir haben heute einen Besuch vor. Sind nun wieder auf der Schweizerseite, würd uns voll anheizen, wenn die Sonne scheinen könnte. Doch noch kommt sie kaum über den Berg und wenn doch, ist’s  hier schwer bewölkt. Gestern hat’s gewittert und doll geregnet, für Noldi hätt’s eine Box gehabt mit Aussenauslauf, und so wie er heute Morgen aussah, ist er draussen geblieben. Nun gut, es war halt so, aber war es sein freier Wille? Haben Esel so etwas,  oder nur wir und ist er frei? Na ja, wenn ich Schwarztee trink, komm ich ins Ideenwälzen. 

 Wir kommen gut voran, kaum ein Mensch und wir sehen vor allem auf die andere Seite. Der Berg, bis zum Spitz mit Tannenwald bedeckt,  auf der gegenüberliegende Seite Häuser, Fabriken, Fahnen in der Ebene, erhöht meist eine Kirche und darüber das Schloss. Eindeutig dem Dorf und Kirche zugewandt. Schutz, Unterwerfen und Erhöhen und darüber eine feste Grösse, an der nicht zu rütteln ist, der Berg. Nicht einmal Alpweiden oder Wiesen entdeck ich. Endlich, nach langem Marsch scheint auch die Sonne  jenseits des Rheins.  

 Wenn es nun keine Brücke gäbe, keine Möglichkeit ans jenseitige Ufer zu kommen, ich meine, durchs hinüberschauen und Wahrnehmen, ich könnt mir vorstellen, was mich dort erwartet. War ja schon mal dort. 

 Schloss Werdenberg; und ich möchte wissen, warum mir das Schloss als Geschichte im Kopf rumspukt. Wir ziehen durch Buchs, eines der bedeutesten Velofahrer Städchen. Merken nur nichts davon, viel Lärm mit Strassenverkehr. 

Was gestern noch so lose abgemacht ward, war heute angesagt: Erzählen im  Lukas-Haus in Grabs.Um 12 werden wir schon erwartet und sind gleich danach beim Essen, Noldi bei den Eseln und ich mit dem Werkbereichteam. Freundlicherweise zeigt mir Sandra, wo wir sind und ich krieg Einblick den Betrieb, ein Haus für Erwachsene Betreute. Sie waren unheimlich flexibel und zuvorkommend. Sandra kennen wir vom  Stallputz gestern , sie hat alles kurz organisiert und um halb zwei erzähle ich Geschichten draussen vor den Bewohnern.  

  

Der Rest der Bewohner sitzt auf der rechten Seite, und Noldi ist auch dabei, wir erzählen eine Stunde lang. Wir können heut Nacht hier übernachten, super. Hat sich alles gut gefügt! Da gabs noch eine Geschichte mit Kaffeebohnen, doch die erzähl ich Morgen.