Verzauberte Wege, Noldi versinkt im Sumpf, und weiter nach Versam

Gestern war ein „hilbe“ Abend auf der Veranda bei Bauer Urs und Bettina, die   jungen Pächter vom Bauernhof in Ilanz. Auch Sie  Donatoren vom Projekte dr Esel&ig. Es gibt nicht nur Geschichten vom Vergangenem,   es gibt auch solche, welche die Zukunft verdeutlichen. Die heißen  meist „Träume“, welche vielleicht in Erfüllung gehen. Die aber beruhen doch auch auf vergangenem.  Und die ganz kleinen Kinder, welche das ganze Leben vor sich haben, auf was beruht ihre Zukunft? Träume? Wahrscheinlich bringen sie   ihre eigenen Geschichten mit. 

Eine ganz besondere Geschichte  höre ich von Thil, ein  äußerst jung wirkender 80-jähriger. Der  spielte  vor dem Migros ein nordisches Instrument, die Niggelharpe äußerst virtuos.  

Wir lauschen und kommen  ins Gespräch und ich höre die seltsamsten Geschichten. Als Märchenfreud weiß ich, nicht alles, was auf den ersten Blick ungewöhnlich  aussieht, muss gelogen sein. Märchen sind auch wahr, in einer bestimmten Weise. Also, Thil macht nebst Musik, sich vor allem über seine Herkunft Gedanken, und er weiß nun, dass er von Sirius B kommt, ein Stern im Sternbild Sirius. Und ich hörte Geschichten von Ufos und ETs und weiß auch von Verfolgungen und Morddrohungen, und Kornkreisen. Wenn ich mal  meinen Therapeutensinn und Psychiatriepflege Erfahrungen wegsteck,ist das  eine äußerst spannende Geschichte! Da ließe sich was draus machen. Das Interesse  kommt daher, meint Thyl , dass auch ich ein Sirianer bin. Ob es da oben auch Esel gibt, wusste er mir leider nicht zu sagen. 

 Langsam wir das Wasser wild, die Felsen skurril, wir sind am Beginn der Rheinschlucht, da der Weg ebenfalls eine wilde  Note kriegt, nehmen wir die nächste Abzweigung  in die oberen Dörfer, auf der Gegenüberliegenden Seite liegt Flims.  

Wir wandern nun durch duftende Wiesen, Gras liegt überall zum trocknen aus, Wälder  riechen leicht nach Harz und Moder, es ist uns  sehr sommerlich zumute. Noldi bleibt gerne stehn und schaut, ob er wohl die Elfen tanzen sieht? 

Im Valendas mitten im Dorf  steht der Brunnen mit der Brunnenfrau aus dem 16ten  Jhd. Ein Wasserwesen begrüßt uns hier. Es muss die Regentrude  aus Theodor Storms Märchen sein, zauberhaft.   Diesen wunderbaren  Brunnen sehen wir nicht nur einmal. Eigentlich  ziehen wir los ins nächste Dorf und kommen  wieder in Valendas an, was für ein seltsames Gefühl . In den kleinen Gassen wären wir immer  noch am suchen, hätten uns nicht zwei kleine Mädchen gefragt, wo wir hin wollen. Die haben uns den Weg gezeigt, zum Glück.

  Nach Versam wollen wir, und wir entscheiden uns für den Bergweg, Noldi meistert alle Wässerchen und Steglein meisterhaft bis zu dieser   verhängnisvollen Stelle. 

Der Chlupf sitzt noch in allem Gliedern. Hier versank Noldi mit allen Beinen bis zum Bauch im Sumpf, der Kopf lag ebenerdig auf und die Befreiungsversuche ließen ihn noch fester im Morast stecken. Da war niemand weit und breit, kein Handyempfang, und ich musste erstmal ruhig werden. So was ist auch auf der letzen Reise nach Charters passiert, ich weiß, da gibt’s Lösungen! 

Noldi beruhigen, Satteltaschen ab, und jetzt am Bastsattel  anpacken, Noldi auf die Seite drücken und mit aller Kraft den Armen Esel aus dem Dreck ziehen. Noldi bekommt mit den Hinterbeinen endlich weichen und dann  festen Grund, noch ein wenig ziehen und Noldi kann sich aufrichten. Was bin ich froh, das es ihm gutgeht!  

Heut Nacht sind wir sehr gut untergebracht bei Familie Buchli, Biobauer in Versam.