Vom Warten, früher und weiter nach Rueras/GR

Wir warten. Warten ist nebst dem Unterwegs sein wohl die  wichtigste Aufgabe auf der Fahrt. Warten auf Noldi, warten auf Sonne, warten auf Bankomat, warten das Noldi gefressen hat, dass er sich beruhigt, oder weiter will. Warten auf den Morgen, warten auf einen Brunnen. Wenn es einen Unterschied zwischen aktivem und passivem Warten gibt, dann mein ich das Aktive. Noldi kennt kein Warten, für ihn ist alles Moment. Weil ich wohl ein Mensch bin und den Daumen (ev.Hirni) nutze, muss oder kann ich warten. Ich Pass auf, wies Noldi macht, da ist noch was zu lernen.  

Warten mit Frühstück. Im Topf ist Schwarztee, viel schwarz, wenig Tee, treibt mich zu solchen Überlegungen wie oben. 

 Gestern hatten wir eine Begrgnung mit dem HerrN auf dem Foto, 

  gab gleich eine Geschichte von früher: Sie hätten zwar  ein Pferd gehabt, aber etliche vom Dorf trugen das geschnitten Gras jeden Tag zu den Kühen auf dem Maiensäss, denn da gabs nicht genug für alle Tiere. Und in der Schule fehlten immer Schüler die mussten auf der Allmend die Kühe der Dorfgemeinschaft hüten und dort oben, in den vier kleinen Schober, da sei auch einmal… Leider kommen die Rinder, er muss helfen.

 Wir wir sind in Graubünden angekommen. Wir haben den Esel verladen und freundlicherweise fuhr der Herr Hischier nicht nur nach Realp, obwohl er wieder in den Stall musste, er hat uns bis auf den Pass gefahren.   
Nun, da standen wir, ein wenig „duch“ ob all dem Schnee und wohin sollt’s denn gehen? Tapfer, mein Esel , wir ziehen los. Die ersten Schritte nidsi auf der Strasse sind klein, keine Begeisterung, aber er kommt, zaghaft trottet er hinter her. Wieder ein Neues Land, wo werden wir nächtigen, treffen wir freundliche Menschen, was gibt’s zu fressen?  

 Tapfer sein, hat was gutes.  Hoffnungen keimt zart, Tapferkeit lässt sie wachsen. Und was Noldi heute am späten Nachmittag alles schafft, ist mutig für ein Eselchen. Es sind wunderbare Wege, doch so schmalen Brücken, dass er nur ohne Bast rüber kommt, aber er ist Tapfer. Und Mutig, wie oft mussten wir Bergbäche durchqueren,aber Noldi kommt mit. Und jetzt finden wir zufällig einen Stall mit Heudiele bei Edi Hess, einer der vor Jahren Pferdetrekking in Graubünden anbot. 

  Er kennt den Stefan von Bergland-Produkte in Ernen. Und wir hatten freundliche Begegnungen mit Guiseppe Giger und dem Paar aus Nederland, das uns ein selbstgemaltes Bild schenkt . Heute sind wir gut angekommen!